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...mehr: Bericht zum Gospelworkshop in Ohrbeck im Juli 2003

.......Etwa achtzig Sänger , ein großer, fast immer beschwingt-vergnügter Chorleiter mit silbergrauen Locken und einer E-Gitarre, wie ich sie so noch nicht kannte; seine Frau, die unsere ganze Riesengruppe unmerklich, aber sicher am Zügel hatte; Henrietta, aus Ghana die Solosängerin, Mike aus Nigeria, der die Trommel reden und singen lies. Alle waren wir - sind wir - verbunden in der Liebe zum Gospelsingen - und das heißt natürlich mehr, als "nur" gute Musik zu machen... ........Wohl aber versuche ich, recht viele Eindrücke zu vergegenwärtigen; an das Erlebte selber reichen keine Schilderungen heran.........

>>Bwana wa mungu<< - 'Gott hat keine anderen Hände als unsere' -
Themenüberschrift, Motto, vor allem aber Forderung. Warten wir nicht darauf, dass Gott uns die Arbeit abnimmt - es ist unsere Aufgabe. ........

In allen Liedern wird es immer von neuem deutlich. Anfänger im Chor hatten ihre liebe Not mit den Texten in einer der vielen Sprachen Afrikas..

Das Singen gehöre dort zum Leben, sagte der Große Bruder einmal - den Ehrennamen gaben ihm die afrikanischen Freunde -, es sei ganz normal, alle Arbeit, alles Tun mit Singen zu begleiten. Das sollte hierzulande mal jemand probieren - entweder gilt man dann als nicht gescheit oder als beschwipst. Wir nicht, weil wir uns fesseln lassen von dieser Ursprünglichkeit. Was von Herzen geht, ist recht. "Man sieht nur mit dem Herzen gut." Man hört oder singt nur mit dem Herzen gut.

Alle Melodien sind ganz einfach und schlicht, ohne große Extravaganzen, ohne Schnörkel. Ein Ruf, ein kurzer Melodiebogen - Solistin, Soprane - , dann die Antwort des Chores. Dynamik, Schwung, Kraft - es reißt alle mit sich; stark, voller Leben. Mike lässt die Trommel pochen, summen, grollen, wirbeln. Ein Zauberer der Klangfarben und Akzente.

Der Gospelchor übt mit der Lautstärke der Begeisterten. Das Repertoire ist umfangreich. Tanzen oder zumindest Gestik ergeben sich wie von selbst. Der Saal bebt, die Fenster zittern, der Fußboden erdröhnt. Die Gitarre des "Großen Bruders" scheint Funken zu sprühen. Zwischendurch wird gelacht, verständigen wir uns durch Blicke oder einen Spaß mit dem Nachbarn. Locker geht es zu - aber gesammelt, wenn's wichtig wird.

'Hosanna in the highest!' Bässe und Alt singen Ostinato, dann wieder die Rückkehr zum Chorus: 'As we lift up our hands, as we lift up your name...' - Schluss mit lustig. Bis wieder eine Anekdote vom Großen Bruder kommt. Solche kleinen Erlebniserzählungen sind ganz förderlich zum Abbau von nervöser Spannung beim Chor; ich weiß es von anderen Wochenenden der Vokalmusik. (Zwar mit anderem Inhalt, z. B. Motetten, Oratorien u.a., doch die Nervosität war ebenso groß).

Hier beim Workshop hatten wir das Glück, einen Chorleiter mit dem besonderen Charisma der Menschenführung zu haben - still, aber ehrlich bewundern und mit ihm arbeiten zu dürfen. Es ist ein gutes Gefühl zu merken, dass der Chorleiter umsichtig und ruhig bleibt und den Leuten Mut gibt - ähnlich wie ein Käpt´n mitten im Sturm und grober See...
So fangen wir denn mit der Hauptprobe (nebst räumlicher Erprobung in der Kirche) an.
..........Wichtig sind der Einzug des Chores zu Beginn und der geschlossene Kreis, bei dem unsere singende Menschenkette den Innenraum und die Gemeinde ganz umgibt. Wobei die Hoffnung besteht, dass sich eben diese beteiligen wird. So probieren wir weiter -
und sind äußerlich ganz ruhig. Der Gedanke an "Pannen" oder Ähnliches bleibt hartnäckig sitzen. Und doch wird zwischendurch mal gelacht (!). Wie schön, wie gut.

Merkwürdigerweise gebietet es ein geheimer Codex, nur würdevoll-ernst dreinzuschauen - jedenfalls wirken Christen in der Kirche - Verzeihung - oft sauertöpfisch. Und das soll Freude sein?? Bitte, versteht mich recht: Natürlich gehört kein Fun dorthin und kein Jux.

Aber: Echte, wirkliche, für andere glaubwürdige, gläubige und - freudige Zustimmung!
"Wo bleibt das Positive, liebe Mitmenschen?"
"Singen ist wichtig, nichts anderes. Löcher in den Socken, Flecken auf dem Hemd - alles das ist Nebensache!" Der Große Bruder bringt alle wieder mal zum Schmunzeln. Weiter geht's.

So ab und an reißt es mich fast von den Füßen - derart dicht, zugleich aber berstend vor Leben habe ich bisher noch nie einen Chor erlebt. Mir sind große Momente bei vielen Aufführungen - gehörten, wie auch aktiv mitgeformten - in Erinnerung: Der stürmische Beginn mit dem Vivace der Streicher und dem brausenden Allegro con brio des Chores im Messias ("...for the glory of the Lord"), die tänzerischen Anfangstakte des >>Exultate, jubilate<< von Mozart, die Klage der Passionschorsätze bei J. S. Bach -............

Ein Gospelchor will nicht nur "zu Gehör bringen" - er will auffordern, einladen.
Die Sänger ziehen mit Tanzschritten, mit dem Ton von Gitarre, Trommel und Kalebassen durch die Kirche. Aber wir sind eben doch keine Folkloretruppe. Wir sind Liturgen, Mitgestaltende. Es macht Sinn, eine gute Ordnung zu haben. Und das "kleine Wunder" der räumlichen Orientierung geschieht fast beiläufig. Unser Alltag als Handwerker, Unternehmer, Lehrer, Schüler, Managerinnen, Hausfrauen, Pensionäre u. a. kennt wenige Sternstunden. Hier aber entdecken wir Neues. Sind wir denn wirklich erst seit knapp zwei Tagen beisammen?

'Bwana wa mungu' - Gott hat nur deine Hände.
Und der Kreis schließt sich hier: Singend bekennen wir - der aber glaubend singt, der wird tun und leben, was er singt. Father, I believe in you.

Es gelang, die zarten, leisen Register zum Klingen zu bringen und doch alles Sentimentale zu vermeiden. Vokalmusik und der diese mitteilende Chor - eine lebendige Einheit, deren Kraft und innerer Zusammenschluss sich steigern. So auch hier. Am Vortage hatten wir mittags zu Tisch gesungen: Vom Heilen, vom Teilen, vom Leben in einer Welt. Der Ruf nach Gemeinschaft wird in der gottesdienstlichen Feier zur schon jetzt erfüllten Wirklichkeit.

'Let us break bread together on our knees'. Wollte ich zu berichten fortfahren - es wäre der Bruch des für alle Menschen verbindlichen Schweigens. Was durch Worte nicht zu beschreiben ist, wird vernichtet durch jedes Wort. Kein Mensch darf oder soll die wirklich kostbaren Geschehnisse im Leben ihrer Größe berauben...

Erzählen aber darf man von der beinahe "himmlischen Heiterkeit" zum Schluss; draußen auf der Treppe vor dem Portal bildeten viele Sänger spontan ein singendes und tanzendes Spalier für die Gläubigen, die uns alle wieder und wieder mit Beifall bedachten. Gesang und Tanz nahmen kein Ende - wer denkt denn schon an die verstrichene Zeit ?

Sogar die Köchin und die Küchenhilfen kamen ganz schnell vor die Türe, angelockt von so viel Jubel. "Amen! Amen!

Mir fielen (trotz meiner Eile) plötzlich wieder die Verszeilen dazu ein: "See him in the temple, speaking to the teachers... See him at the seaside, talking to the fishermen...".

Der graue Himmel über uns ließ für Sekunden etwas Sonnenlicht sehen.
Ein Lächeln ? - Möglich wär's.

Bericht von Annette



Fortsetzung zum Reisebericht von ROM - 2002:

'Singend und zu Fuß durch Rom mit Ya'Beppo und Gisela'
Nach einem gemeinsamen Abendessen erobern wir die Piazzen und Gassen Trasteveres. Menschenmassen, Motorroller bis zum Horizont, Stimmengewirr, lauwarmer Abend. Kulissen wie im Film. Und dann der erste Cappuccino: 90 Cent.....
Und dann sag mal einer, Rom ist teuer....

Sonntag 30.06.2002

Es geht los!
Erste Erkundungen der Stadt (wobei schnell bemerkt wird, dass es an Glanzleistungen grenzt, eine Hauptstraße verletzungsfrei zu überqueren), mit Palazzo Farnese und gleichnamiger Piazza. Somit sehen wir die zwei "größten Badewannen" Roms, aus Granit gehauen.
Wir erreichen den Campo di Fiori, wo Giordano Bruno das Ganze überragt, ein Ketzer, der 1600 verbrannt wurde.
Immerhin hat man ihm ein Denkmal gesetzt, das viele weitere Jahrhunderte überstanden hat. Hier am Campo wird flaniert, gelebt, italienisches Stimmengewirr durchdringt Gassen und Plätze.........

...........Beppo schleppt die Gruppe in eine Bar, wo der Cappuccino nun nur noch 80 Cent kostet....
Um 10.00 sind wir dann in der ersten Kirche. Kirche der Brigittenschwestern (die in Bremen, im Schnoor, auch eine Kirche bauen...). Diese Schwestern haben sich die ewige Anbetung zum Ziel gesetzt.
Dort singen wir zaghaft gemeinsam unser 1. Lied "on tour".
Mir schnürt es kurzzeitig den Hals zu, und ich unterdrücke meine Tränen.
Hier zu sein, zu singen - mit der Gruppe, das erscheint mir momentan etwas viel für meine kleine Seele.

Um 11.00 sind wir dann in der 2. Kirche. Dort nehmen wir an einer kongolesischen Messe teil. Der Zauber Afrikas wird herbei getragen durch einen dunkelhäutigen Chor, aufgehellt durch eine hellhäutige Italienerin..........
Wir singen afrikanische Gospels (Mfumue u.a.) und ALLE (d.h. auch die Messebesucher) singen mit.

UNGLAUBLICH!

...... mir fällt gerade auf, dass sich das Wort unglaublich bei mir einnistet, es soll in den nächsten Tagen noch öfters seinen Stellenwert bekommen.....

Besichtigung des Theatros Marcellos und weiter zum Largo Argentina, Roms aktueller Katzenfütterungsplatz.

Wir marschieren zur Tiberinsel, die Kirche dort ist auch verschlossen....
Somit suchen wir am Tiberufer einen schönen Platz, und singen gegen die Fluten an. Schön!
Das italienische Repertoire wird aufgestockt, mir persönlich geht es noch ausgesprochen schwer über die Lippen. Besonders bei der Arie von Andrea Bocelli "Time to say goodbye" muss ich doch grienen.
Wer zum Teufel ist Andrea Bocelli????... wir können das auch :-)
Danach wieder weiter, auf zur Piazza Novonna. Auf Anhieb mein erklärter Lieblingsplatz!......

Montag 01.07.2002

Kirche numero uno, diesmal ohne Namen, weil ich schon heute den Überblick verliere...
Wir singen, und siehe da: Wir haben einen Mitstreiter mehr. Ein Mann aus San Sebastian singt begeistert mit. .....
Dann zur nächsten Kathedrale, wo unser Auftritt Begeisterung weckt, bei zwei liebenswürdigen Damen aus Neuseeland (Wellington).

Der Mittag nähert sich und wir nähern uns dem Pantheon; singen dort nach vorheriger Rückfrage (die im Übrigen vorher immer erfolgt, dank Giselas Italienischkenntnissen) und ernten standing ovations.

Insgesamt aber wird der Chor mutiger, das merkt man deutlich.

Dann besichtigen wir den Elefantenobelisken und die Chiesta Minerva. Diese Kirche mag ich auf Anhieb, sie hat einen wunderschönen Sternenhimmel, weniger Blattgold als die anderen und entspricht wohl eher meinem Gefühl von Ästhetik.
Dort werden wir gebeten, eine ganze Messe musikalisch zu umrahmen, einfach so, aus dem Nichts........ (ansonsten beglücken wir die anderen Kirchen nur mit 1 - 4 Lieder durchschnittlich).
Irgendwie bin ich stolz!

Dann Rückweg durch das Ghetto: Hier singen wir Open Air am Brunnen vor dem Tore......
Zwei Mädchen aus Italien finden das ganze klasse, und sind richtig traurig als wir gehen. Nebenbei bemerkt, wirkt der Gesang auf die Menschen anziehend.

Sie bleiben stehen, stauen, hören, freuen sich..

Dienstag, 02.07.2002

Beginn in der 1. Kirche am Ende der Via Giulia.

In Sichtweise des Palazzos Falconeri Cappuccino bei 'Alfredo', der es trotz Andrang noch schafft, ein Herz auf jeden Cappuccino zu schäumen. :-)

Auch hier ist es beim Trinkgenuss sinnvoll, auf die Füße zu achten. Die Motorroller nehmen darauf keine Rücksicht.

Mittags: Besuch der Kirche Allemania, dicht bei der Piazza Navonna. Hier singen wir dann "Lobe den Herren" (weil das jeder kennt?).........

Bei großer Hitze ziehen wir weiter zum Kapitol, vorbei am Theatro de Marcello und dem Palazzo dei Conservatori. Der Aufstieg zum Monumento de Vittorio Emanuelle erweist sich als schweißtreibende Angelegenheit.
123 Stufen habe ich gezählt (Anm. der Redaktion: ich verfüge über keine Zählzwänge...), das alles in gleißender Sonne.
Wer danach nicht in Schweiß getränkt ist, muss definitiv krank sein!
In der angeschlossenen Kathedrale (auffällig durch wunderschöne Kronleuchter, ca. 100 gezählt), müssen wir auf unser Singen verzichten. Ein Organist übt......
Der Rundblick vom Mausoleum über Rom ist atemberaubend schön (er ist erst seit einem Jahr möglich, das ist ein Präsent von Ministerpräsident Berlusconi an sein Volk, das nebenbei erwähnt, dieses monumentale Bauwerk abfällig Schreibmaschine nennt).

Der Blick schweift über das Forum Romanum, das Kollosseum, die Altstadt, diverse Kirchen, den Gianicolo bis hin zum Petersdom....

Der Gesang unter einem Mimosenbaum? im Garten, mückenumschwärmt.

Mittwoch, 03.07.2002 - "DER FREIE TAG"

Jeder geht auf eigene Faust los.

Ich schlendere planlos durch die Altstadt, sauge das Leben in mich auf, freue mich an vielen Kleinigkeiten, besonders an den wunderschönen Dachgärten.

Da zockelt die Elektrolinie 116 vor meiner Nase vorbei, und ich gebe einem plötzlichen Impuls nach.
Rein in den T-Laden, Tagesticket gekauft und dann kreuz und quer durch Rom, mit Umsteigen im Pullmann-Deck des Vatikans ....................Villa Borghese,............. umkreise das Pantheon, und und und..................
Und ich bin begeistert. Eine nette Art, Rom zu erobern.

Donnerstag 04.07.2002

Wir treffen uns an der Chiessa an der Piazza in Trastevere. Wunderschöne Mosaiken.
Und wir singen natürlich. ............. hochbetagten Priester. Er berichtet, seit 50 Jahren hier im Amt zu sein. Er wirkt rundherum glücklich und ist noch recht vital.
danach San Clemente.......

In der geplanten Kirche treffen wir auf eine Gruppe junger Musikstudenten, die hier ihr Examen singen. Sopranistinnen, Tenöre, 1 Bass. Toll!
Aber im Anschluss daran singen wir auch, allerdings in der Kirche.
Nachmittags geht es via Tiberinsel zu einer Rundkirche, deren Säulen die frühen Christen einfach als Ständerfachwerk benutzt haben.
Dann ab zur Kirche, die im Vorraum den Mund der Wahrheit hat. Wer seine Hand in diesen Mund steckt und lügt, dem wird sie abgebissen.

Am nächsten geplanten Auftrittsort können wir nicht aktiv werden, es findet eine Hochzeit statt.
Alles superchic, teuer, sehr edel (ist das die Hochzeit von Berlusconis Tochter???? - wir werden es niemals erfahren......).
In einer weiteren Kirche treffen wir auf ca. 20 Nonnen, die sich im Betgesang befinden mit meditativem Charakter.

Freitag 05.07.2002

Also.......hinein in die Kirche, Hand ins Wasser, Kreuz schlagen..... und dann den beiden Hunden, die er mitführt (römische Kleinkreaturen..... das nur am Rande) aus der hohlen Hand zu trinken reichen. Diese Szene ist schon wieder so komisch, dass sich ein zaghaftes Lächeln auf meine Lippen legt.

DIE SPINNEN; DIE RÖMER!

Wir besuchen dann ein sehenswertes Cafe, geprägt mit Relikten und Dekorationen aus der kommunistischen Zeit.........
..............Diese Kirche wird restauriert und wir haben Zuseher oben vom Gerüst, die ihre Arbeit beim Einsetzen der Musik unterbrochen haben. Wir sehen den Restauratoren deren Begeisterung an :-)

Nachmittags der Abschluss. Besuch der spanischen Treppe (inklusive Singen in der obigen Kapelle). Dann ab zum Trevibrunnen. Eine Münze von mir wird mittels Glücksgefühl über die rechte Schulter geworfen, mit der linken Hand .....
Abends gibt's das Henkersmahl im Kloster:

Lecker Fischpastete und vorbildliche Pasta. bueno! bueno!
Wir bringen der Cuccina ein Ständchen im Garten. Die Damen freuen sich sichtlich, selbst die Mimik des stets finsteren Hausdrachens hellt sich sichtlich auf.

Alle zusammen singen wir viele Lieder, italienische, deutsche, englische, ja wir machen selbst nicht mehr halt vor 'Let it be' von den Beatles...........
Ergebnis: ca. 30 Kirchen gesungen gesungen gesungen.........

Bericht von Inge E.



...mehr zum Bericht vom Workshop in Neggio im Tessin

Heute will ich, Karin M. mal über die Singwochen in Neggio Tessin schreiben:

Gospelsingen: Nach dem Frühstück um 9.00 ging es los mit Aufwärmübungen. Danach gab es Gruppenübungen mit zwei Gruppen. Entweder dukabak oder akannamandla. Oder songfiles aus den Südafrikanischen CDs. Jede Gruppe gegeneinander im Vor,- und Zurücktanzen. Dadurch wird die Lust zu singen und aus sich rauszugehen, (Stimme öffnen) noch mehr gelockt. Zwischen dem, die Beine lockern, Hände lockern, Vokalübungen. Immer in Bewegung, im Vierer tanzen. Danach mit Liedern in die Kirche. Nacheinander ein Programm einüben, immer Wiederholungen. Wenn ein neues Lied nicht wollte, sofort weg, eine Wiederholung zwischendurch, dann ein anderes Lied. Dazwischen kleine Hörübungen in Harmonien, Mehrstimmigkeit, Akkorde. Neue Songs mit Harmonien auf die Eins bringen. Bewegung, Tönen, Mehrstimmig. Danach im Takt Textübungen. Dann erst die Melodie des Songs. Jetzt den Song. So kann man Gospel in neuen Sprachen innerhalb weniger Minuten einüben. Meditatives Singen: Abends nach dem Essen in der Kapelle. Alle sitzen im Stuhlkreis. In der Mitte Tuch mit Kerzen, dazu Blüten. Leise Akkordübungen, mit Tönen (wie Omm und etwas Obertöne


....mehr vom Gospelworkshop in Wiesbaden 2002 und in Hasbergen bei Delmenhorst 2002

 
was in der Zeitung stand ...

Vom 28.01.2002

Von Kurier-Mitarbeiterin Christina Oxfort

Wiesbaden.
Beppo muss sich nicht sonderlich anstrengen. Er unterbricht sein Spiel auf der Gitarre, hebt leicht die rechte Hand ? und schon halten die rund 100 Wiesbadener, die sich in der katholischen Kirche Heilige Familie zum Gospel-Workshop zusammen gefunden haben, in ihren Stimmübungen inne und blicken erwartungsvoll in das von weißen Locken umrahmte Gesicht des Meisters.
Beppo Theis, Sänger mit klassischer Ausbildung, versteht es, die Gospel-Freunde in seinen Bann zu ziehen. Unterstützt von Ehefrau Gisela, die von Stimmlage zu Stimmlage eilt und das Lied mit ihren Händen erklärt, vermittelt er den Hobby-Sängerinnen- und Sängern der verschiedensten Altersstufen afrikanisches Liedgut. Spielerisch lernt der Chor die notwendigen afrikanischen Worte und gibt nur wenige Minuten später die überwiegend zuversichtlichen und fröhlichen Glaubensbekenntnisse mehrstimmig wieder.
Der knapp achtstündigen Probe am Samstag folgte während des sonntäglichen Gottesdienstes die Premiere vor Publikum, das sich von den rhythmischen Klängen begeistert zeigte und zum Mitmachen animieren ließ. Es sei erstaunlich, welche Kreise der Gospel-Workshop gezogen habe, resümiert Andreas Börner, der das Treffen in der Pfarrgemeinde organisatorisch mit unterstützt hat.
Vor fünf Jahren, als das gemeinsame Singen erstmals angeboten wurde, kamen nur rund 20 Sänger zusammen, viel zu wenig für einen dank seiner Stimmgewalt eindrucksvollen Gospel-Chor. Unter den inzwischen rund 100 Teilnehmern, die für den Workshop 25 Euro bezahlen, sind etliche, die dem Gesang in der Kirche seit einigen Jahren die Treue halten. Der Wiesbadener Raum sei ein besonders singfreudiges Gebiet, sagt Gisela, die gemeinsam mit Beppo vom heimatlichen Bremen aus an vielen Wochenenden in Sachen Gospel quer durch Deutschland reist.
Gesungen wird ohne Noten. Die afrikanischen Liedertexte, mitunter auch auf Deutsch angestimmt, prangen auf Pappschildern für jeden gut lesbar an einem übergroßen Notenständer. Die Botschaften, etwa 'Was du nicht willst, das man dir tu, das füge auch keinem andern zu' sind einfach und verdanken viel von ihrer Zugänglichkeit den sich kaum zu entziehenden Rhythmen.
Beppo ist großzügig, er lässt den Frauen und Männern ihren gesanglichen Spaß. Doch wenn die Worte, die das Paar unter anderem von Reisen aus dem Kongo mitgebracht hat, gar zu falsch betont werden, wird's Zeit für die erhobene Hand. 'Ihr müsst die Silben schärfer trennen', bittet er, lässt die Gitarre schweigen und verdeutlicht sein Anliegen, indem er vorsingt. Mit ausdrucksstarker Stimme, der ein kleines Kopfmikrofon zusätzliches Volumen gibt. Der Chor hat verstanden. Die junge Frau, die mit ihrem Baby auf dem Arm voller Inbrunst mitsingt und sich zur Freude des Säuglings zum Rhythmus der Musik bewegt, setzt Beppos Anweisungen ebenso um, wie die an einen Rollstuhl gefesselte Sängerin. Das Ergebnis ist hörenswert. Beppo dankt's mit Applaus, in den schließlich der gesamte Chor einfällt.
Dass die 100 Sängerinnen und Sänger noch lange von ihrer Aufführung zehren können, dafür wird eine während des Gottesdienstes mitgeschnittene Aufzeichnung sorgen. Die Darbietungen des Hobby-Chores werden auf CD gebrannt und mit den Liedtexten versehen, womit sich das vereinzelte hektische Mitschreiben während der Probe als völlig überflüssig erwies.



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